Pogo-Stick - Wenn eine Stadt anfängt zu hüpfen und springen

Ca. 20 Jahre ist es her, da gab es den Springstock schon einmal als Fitness- und Sportgerät, jedoch unter einem deutschen Namen. Wie es mit vielen anderen Lifestyle-Artikel auch ist kam er irgendwann aus der Mode, war peinlich oder sogar albern sich damit zu beschäftigen. Nun dauerte es 20 Jahre und mal wieder macht ein amerikanisch Hype-Produkt den Sprung über den Ozean und das fast sprichwörtlich. Pogo-Stick heiß die neue Errungenschaft in Europa und könnte auch hier dazu führen dass in den Innenstädten bald wild umhergehüpft wird.

Woher der Name Pogo genau kommt ist eigentlich nicht wirklich klar. Einige sind der Meinung es sind die Kürzel des damaligen Herstellers Pohlmann & Goppel aus Sachsen, was aber bisher nicht belegt werden konnte. Bekannt ist jedoch dass von diesem Hüpfstock die Tanzart “Pogo” abgeleitet und auch durch diesen entstanden ist. Der Pogo-Tanz kam vor allem aus der Punk- und Metal-Szene der 70er Jahre und bezeichnete das wilde umherspringen in den Diskotheken, dessen Bewegung fast ausschließlich aus der Hüfte kam, weil für viel mehr Bewegung meist kein Platz auf der Tanzfläche war. Genau die gleiche Richtung verfolgt nun auch der Pogo-Stick.

Jedenfalls ist das damalige Sportgerät nun wieder als moderne Version auf dem Vormarsch, was durchaus, wenn es richtig angewendet wird zum einen Spaß und auch einen gesundheitlichen Vorteil bietet. Durch das stehen auf nur einem Standfuß fördert es den Gleichgewichtssinn und durch die Sprungbewegungen auch etwas den Muskelaufbau und die Kondition.

So wie es aber bei allen neuen Spaß- und Sportgeräten ist gibt es bei den einzelnen sehr große Unterschiede. So sind Pogo-Sticks auch zwischen 50,- und 350,- Eur zu bekommen die dann natürlich deutliche Unterschiede aufweisen. Die billigen bestehen in der Regel aus einem einfachen Stahlrohr und einer Stahlfeder, so wie die Hüpfstöcke der damaligen Zeit. Besser wird es dann schon im mittleren Bereich in dem dann Aluminum verwendet oder sogar Ultra-Leichtbau angewendet wird und die Feder ins innere des Rohres verlagert wurde. Schließlich muss jedes Gramm extra Gewicht auch mit in die Kraft des Sprunges übernommen werden.

Die obere klasse der Pogo, die Power-Pogo, besitzen zudem auch keine normale Stahlfeder mehr. Diese verwenden im Gegensatz eine deutlich leichtere und effektivere Pneumatik, also eine Luftfederung wie sie auch bei Stoßdämpfern im KFZ-Bereich Anwendung findet.

Gerade aber auch aus Sicht der Sicherheit sollte man nicht unbedingt den billigen Pogo-Stick kaufen, denn diesen fehlen oft wichtige Einstellmöglichkeiten und sind nur auf einen Bereich hin konzipiert. Eine Einstellung für die Körpergröße sollte auf jeden Fall vorhanden sein, auch ein Justierung des Gewichtes. Die Federn und Dämpfungssysteme sind zwar durchaus für einen größeren Bereich ausgelegt, aber ein System das dem jeweiligen Benutzer genau angepasst ist funktioniert besser.

Ist man für einen Pogo zu schwer, dann reicht der Federweg oft nicht aus was bedeutet, dass die Feder komplett einfedert anschlägt. Die Energie für den Rückstoß geht verloren und es fehlt dann der Schwung für den Sprung, der eigentlich aus dem Pogo kommen müsste. Ist man aber zu leicht für den Pogo, dann kann man so gut wie gar nicht hüpfen, da die Feder bei normalen Bedingungen zu wenig nach gibt, oder sogar gar nicht. Zu schwer oder zu leicht trübt also den Spaß und führt nur zu höheren Anstrengungen und teilweise sogar zu Unfällen die sonst nicht wären.

Hat man den richtigen Pogo für sich gefunden steht dem Spaß mit dem Sportgerät jedoch nichts mehr im Wege. Gerade in den USA hat sich daraus schon ein Funsport gebildet der als „Stunt Pogo“ bezeichnet wird. Dabei geht es ähnlich wie bei den Inline-Skatern und Traceure auf einem Parkour. Sinn ist es auch mit den Pogo’s Hindernisse wie Treppen, Wände und Fassaden zu überwinden, über Abgründe zu springen und sogar Saltos, genauer gesagt Backflips, mit ein zu bauen. Allerdings ist dies eigentlich nur mit den Spitzenmodellen möglich, da nur diese über dazu benötigte Dämpfungssysteme verfügen.

Man sieht auch wie weit der Hype schon geht. Erste Songs und Lieder speziell zum Pogoen sind schon auf dem markt. Diese geben den Takt vor nach dem man dann selber durch die Gegen hüpft und springt. Auch Counter, also Zähler, sind schon zu haben. Gesteuert über einen Fliehkraftsensor werden mit ihnen die Anzahl der bereits erfolgten Sprünge GEZählt.

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