Ein Platz wird neu aufgebaut

Es erfordert Fingerspitzengefühl und eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten, will man etwa ein Projekt wie die unterirdische Erweiterung des Bebelplatzes/Unter den Linden in Berlin und die damit beabsichtigte Verlagerung der Parkflächen von der Oberfläche auf den Untergrund realisieren.

Denn neben den statischen Herausforderungen, die sich aus dem Tiefbau ergeben, sind eben im öffentlichen Raum auch andere Belange zu berücksichtigen. So war in diesem konkreten Fall ein architektonisches Kunstwerk, eine in den Boden eingelassene Bibliothek, ein Streitpunkt, der sich zu einem Politikum entwickelte.

Dieses konnte nur mit einem überzeugenden Konzept und vielen vertrauensbildenden Maßnahmen entschärft werden, eben mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl, um auch den Skeptikern die Chance zu geben, ihre Bedenken zu artikulieren und sich Gehör zu verschaffen.

Das Ergebnis kann sich dann jedoch sehen lassen, oder eben nicht, denn oberirdisch ist von den 465 Stellplätzen für Pkw nichts mehr zu sehen, während diese unterirdisch modern und mit einem beeindruckenden Raumgefühl geparkt werden können.

Solche Projekte tragen dazu bei, die Lebensqualität in deutschen Innenstädten zu erhöhen, da sie die Mobilität erst möglich und attraktiv machen. Denn was bringt einem die automobile Flexibilität, wenn man sein Kfz nicht sicher und geschützt abstellen kann, während man seine Erledigungen verrichtet.

In Berlin jedenfalls konnte so das Antlitz des Platzes wieder zu hergerichtet werden, wie zu Zeiten von Kaiser Friedrich, was nicht nur die Berliner freuen kann.

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