Das Pokerface
Wenn es in Frankreich heißt, dass Patrick Bruel wieder spielt, so kann dies vielerlei bedeuten: Der im Nachbarland sehr bekannte Schauspieler, den man hierzulande erst kürzlich in „Affären à la carte“ als Doktor Alain Carcassonne bewundern konnte, ist nicht nur begabter Mime, er ist auch leidenschaftlicher Pokerspieler.
Die enge Verbindung zwischen der Schauspielerei und dem berühmten Kartenspiel scheint auf der Hand zu liegen: Kaum ein Glücksspiel erfordert eine derartige intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Mimik und der seiner Gegner wie das Pokerspielen.
Nicht jeder guter Schauspieler mag ein guter Pokerspieler sein. Doch an jedem Pokerspieler muss irgendwo ein guter Schauspieler verloren gegangen sein: Möchte man seine Gegner erfolgreich täuschen, sollte man zumindest das Bluffen im eigenen Poker-Face beherrschen.
Patrick Bruels Tournier-Einnahmen im Jahre 2008 werden auf rund eine Million Dollar geschätzt. Doch Geld verdient der gute Geschäftsmann beim Pokern schon lange nicht mehr nur durch das eigene Spielen: Neben Moderationen auf Poker-online-Foren und einer 2006 auf dem Markt gebrachten Poker-Lern-DVD, hat Bruel kürzlich eine weitere Einnahmequelle rund um das Pokerspielen in die Wege geleitet: Als Aktionär einer französischen Online-Poker-Seite hat er sich einen sicheren Platz in der virtuellen zukunft dieses Glücksspiels gesichert.
Weil das Monopol für Online-Glücksspiele in Frankreich noch bei der Nationallotterie und dem staatlich kontrollierten Unternehmen PMU liegt, dürfen auf der von Bruel mitbegründeten Seite zwar lediglich kostenlose Online-Pokerspiele angeboten werden. Sollte sich aber wie erwartet das Online-Pokern in Frankreich außerhalb des besagten Monopols seinen Weg in die Legalität bahnen, so dürfte schon jetzt feststehen, dass Patrick Bruel auch hier wieder zu den großen Gewinnern gehören wird.