Betrug mit Ferienwohnung in Kitzbühel Österreich
Es war ja schon durchaus länger bekannt, dass mit Ferienwohnungen und sonstigen Unterkünften Betrug betrieben wurde. Letztes wirklich öffentliches Beispiel war dabei eine Unterkunft in Usedom, die nicht existierte.
Nun gibt es wieder so einen Fall, der selbst auf meinem eigenen System Ferien-Netzwerk.de zu finden war.
Angeboten wurde eine Ferienwohnung in Kitzbühel in Tirol, Kitzbüheler Alpen, Österreich mit der bei mir vorgegeben Bezeichnung “Kitzbühl Ferienwohnung in der Stadtmitte, direkt am Hahnenkamm Skilift”. Besonders jetzt zur Winterzeit sind dies natürlich begehrte Unterkünfte und Kitzbühel mit seinem Skigebiet auch ein beliebtes Urlaubsziel für Wintersportler. Die Ferienwohnung sollte 110qm groß sein und kostete 200,- Euro pro Übernachtung, wobei mindestens 3 Nächte gebucht werden mussten.
Moderne hochwertig ausgestatte Ferienwohnung wurde 2010 renovierte und hat eine Wohnfläche von (110 qm). Sie befindet sich im 1. OG und verfügt neben umfangreichen Komfortmöglichkeiten (TV; Hifi; Internet mit WLAN) über einen PKW-Abstellplatz und einen Skiraum im Keller. Die Wohnung bietet Platz für bis zu 6 Personen, verfügt über 3 Schlafzimmer, einem großem Wohnzimmer mit angeschlossenem Esszimmer, einer top ausgestatteten Wohnküche (Backofen, Geschirrspüler, Kühl- und Gefrierschrank, Saeco-Kaffeevollautomat…), 2 Bäder mit Waschbecken, Dusche und Badewanne, und einem großem Vorraum. Dazu gehört zum Krafttanken ein Balkon mit Sonnenliegen. Bade- und Handtücher sowie Bettwäsche sind im preis inbegriffen. Waschmaschine und Wäschetrockner befinden sich im Keller.
Auch die Adresse der Ferienwohnung ließ keine Wünsche offen:
Reischfeld 6
A – 6370 Kitzbühel
Der Haken an der Sache ist nur, dass es diese Wohnung gar nicht gibt und es sich dabei nur im ein leerstehendes Grundstück handelt. Diese Information wurde auch von der Stadtverwaltung Kitzbühel (Einwohnermeldeamt) bestätigt:
Sehr geehrter Herr Busch,
nach Prüfung der Adresse Reischfeld 6, 6370 Kitzbühel, wird nachstehen mitgeteilt.
Die oben angeführte Adresse ist bis zum heutigen Zeitpunkt eine unbebaute Fläche, siehe Anhang.
Der örtliche Tourismusverband wurde über diese Situation informiert.
Und im Anhang wurde folgendes Bild mitgesendet:
Schon im Vorfeld versuchte ich natürlich den Inhaber der Unterkunft, einen Herrn M. Schuster aus Wuppertal zu kontaktieren. Doch auch dies blieb erfolglos. Laut dem Einwohnermeldeamt von Wuppertal ist keine Person mit diesem Vor- oder auch Nachnamen an dieser Adresse gemeldet. Selbst ein Kontakt per Telefon blieb verwehrt. Eine normale Festnetznummer steht nicht zur Verfügung, nur die Handynummer 0152 51581280. Diese wiederum ist laut Vodafone eine Prepaid-Nummer.
Seit also wachsam, wenn Ihr aktuell eine Ferienwohnung in Kitzbühel mieten wollt, denn dieses Angebot ist seit Ende November 2010 auf vielen Seiten zu finden, unter anderem auch bei Ebay und anderen Kleinanzeigen.
Nun ist auch eine Bestätigung des Stadtbauamt Kitzbühel eingetroffen, welche mit anderen Worten das Gleiche aussagt:
Sehr geehrter Herr Busch,
die Adresse „Reischfeld 6“ in 6370 Kitzbühel, auf welcher angeblich die Ferienwohnung des Herrn M. Schuster besteht, ist ein unbebautes Grundstück im Zentrum von Kitzbühel.
Die Lagebeschreibung der Wohnung in Ihrem Internetauftritt (Entfernungen zur Hahnenkammbahn, zum Golfplatz, zum Stadtzentrum) entspricht jenem dieses Bauplatzes, dessen grundbücherlicher Eigentümer nicht Herr Schuster ist.
Ich hoffe Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben,
mit freundlichen Grüßen
Anm.: Den Vornamen in der Originalnachricht habe ich gekürzt
4 Kommentare
Wir sind auf die Betrügereien von Herrn Schuster hereingefallen. Wir wollten am 01.01.11 mit unseren 3 Kindern in diese vermeindliche FEWO fahren. Unsere Kinder sind noch sehr klein, nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn wir nach Kitzbühel gefahren wären und wir keine Unterkunft gehabt hätten. Wir werden diesen Mann anzeigen und versuchen, unser Geld zurückzubekommen.
Warum tauchte eigentlich die Anzeige von der FEWO bei Ferien-Netzwerk.de auf, obwohl die Betrügereien bekannt waren?
Hallo Frau ML,
die Wohnung war im Ferien-Netzwerk, da ich von dem Betrug nichts wusste. Diese wurde schon Mitte November angemeldet und erweckte soweit einen normalen Eindruck. Auch jetzt ist im Internet bezüglich dieser Wohnung noch nichts zu finden, mein Artikel scheint der einzige öffentliche zu sein. Auf manchen anderen Unterkunftsportalen ist die Wohnung noch immer im Angebot, beim Kleinanzeigendienst eines bekannten Auktionshauses
ebensowar sie es bis vor wenigen Tagen.Dass es sich um Betrug handeln würde habe ich erst morgens am 8.12.2010 erfahren. Daraufhin wurde die Unterkunft sofort gesperrt, der Betreiber kontaktiert und auch die zuständigen Ämter in Deutschland und Österreich. Zwei Tage später kam dann auch von dort die Bestätigung, dass die Unterkunft nicht existiert.
Bezüglich Ihrer Anzeige würde ich mich neben der hiesigen Polizei auch an die Stadtpolizei von Kitzbühel wenden, denn aus den mir vorliegenden Mails kann ich sagen, dass diese von der Stadtverwaltung auch informiert wurden.
Ich selbst hatte auch eine Anfrage unter falschem Namen gestellt und gar keine Antwort bekommen. Per Telefon (Handy) war immer nur die Mailbox erreichbar. Darf ich fragen, wie hoch die Anzahlung war? Wie wurde die Überweisung durchgeführt? Wenn das eine normale Banküberweisung war, dann würde ich an Ihrer Stelle auch die Bank des Empfängers kontaktieren.
Ich habe mir ein neues Kürzel zugelegt. Ich war gestern bei der Polizei und habe Strafanzeige gegen besagten Mann erstattet. Auch habe ich mit der Bank dieses Mannes gesprochen. Das Geld ( wir haben den Gesamtpreis überwiesen ) werden wir wohl nie wiedersehen, da es sich um eine Banküberweisung handelte. Unser Skiurlaub fällt nun aus, unsere älteren Kinder snd sehr traurig darüber, da sie sich schon das ganze Jahr darauf gefreut haben. Ich werde die Polizei in Kitzbühel noch kontaktieren. Aber wie ist es möglich, daß man so einem Betrüger erst so spät auf die Schliche kommt und er eben diese Ferienwohnung wieder bei einem anderen Anbieter anbietet. Vielleicht sollte man auch diese Portal warnen. Was meinen Sie?
Hallo Frau ML,
wie das möglich ist, kann ich nichts sagen, bzw. auch nicht, wie das nicht möglich sein sollte. Unterkünfte sind ja normale Objekte in dem Sinne, wie auch andere Gegenstände aus dem täglichen Leben, die im Internet gekauft werden können. Da kann keiner Prüfen, ob diese überhaupt existieren.
Das mit der Unterkunft auf Usedom wusste auch keiner, bevor es in den Medien veröffentlicht wurde. Ich für meinen Fall habe da keine Möglichkeit so etwas im Vorfeld zu prüfen. Auf den Google-Maps sieht man zwar, dass da eine leere Fläche ist, aber das hat nichts zu bedeuten. Die Maps sind mehrere Jahre alt und auch hier in Deutschland Flächen nun mit Ferienwohnungen versehen, wo vor wenigen Jahren noch Acker war, z.B. neue Bundesländer oder auch Konstanz am Bodensee. Nach den Maps kann man also gar nicht gehen.
Einen anderen Weg gibt es aber eigentlich nicht, zumindest keinen, der praktikabel ist. Man müsste für jedes Objekt eine Abfrage bei den offiziellen Behörden starten, was nicht tragbar ist. Der Aufwand für diesen einen Fall lag nun auch bei mir bei gut 5 Stunden, das ist nichts im Vergleich zu Ihrem, aber wenn ich das bei jedem Objekt mache, dann ist das unmöglich, zumal dann offizielle Abfragen gestartet werden müssten für den Inhaber und die Unterkunft und diese sind extrem teuer und können mehrere Wochen dauern. Inhaber und Unterkunft deshalb, da es die Unterkunft ja durchaus geben kann, diese dem “angeblichen” Inhaber aber gar nicht gehört. Und das nur für Deutschland und Österreich. Was ist mit den anderen Ländern? Da kommt man oft gar nicht an Daten. Das ist also bei einem solchen System nicht tragbar.
Ein anderer Weg wäre eine öffentlich Datenbank mit den Unterkünften, doch wer soll die führen? Es gibt Millionen von Objekten und jeden Tag kommen tausende hinzu oder fallen weg. Straßennamen werden geändert, Hausnummern neu durchnummeriert. Somit wäre ein Objekt, das wirklich existiert, als “Betrugsversuch” in der Datenbank, nur weil der Straßenname geändert und noch nicht erfasst wurde. Da kommt dann noch die Frage der Haftung hinzu. Was ist, wenn ein Eintrag falsch ist? Was, wenn mein Post hier doch nicht stimmt? Dann bin ich die Person mit dem rechtlichen Problem. Also ist auch dieser Weg nicht möglich.
Ich für meinen Fall kann also nur prüfen, ob der Kontakt mit der Person zumindest bei der Anmeldung möglich ist. Das war er, denn die Anmeldung muss bestätigt werden und wurde es. Der nächste Schritt wäre der Versand der Rechnung gewesen. Diese ging auch raus und hat 4 Wochen Zahlungsziel. Mit den ganzen möglichen Erinnerungen sind das dann zusammen gut 4 Monate, bis die Unterkunft dann wegen “Nichtzahlung” gesperrt wird. Also ist das auch kein guter Weg, um so etwas zu verhindern.
Verhindern kann das eigentlich nur der Gast selber, bzw. nicht direkt verhindern, aber zumindest eindämmen. Es ist durchaus unüblich, dass eine komplette Summe vorab bezahlt wird, auch wenn die Unterkunft in einem anderen Land als der Gastgeber ist. Eine Anzahlung vorab (10 bis 50%) ist normal, aber der Rest wird normalerweise nachträglich überwiesen oder bar bei der Schlüsselübergabe übergeben.
Aber nun noch mal kurz etwas zu dem “Auf die Schliche kommen”: Das kommt man immer erst dann, wenn einer von dem Betrug betroffen ist. So lange nichts passiert ist, weiß das auch keiner. In meinem Fall habe ich auch nur einen Tipp einer fremden Person bekommen, die “anscheinend” wo anderes das Objekt gebucht hatte, nicht im Ferien-Netzwerk. Durch diese Mail habe ich dann erst meine Nachforschungen veranlasst. Ohne die Mail hätte ich das nicht gemerkt und erst bei der Nichtzahlung meiner Rechnung die Unterkunft gesperrt oder wenn sich ein Betroffener gemeldet hätte.
Sie können mir auch eine kurze Mail an die im Impressum genannte Adresse senden, dann leite ich Ihnen die Mail meines Tippgebers gerne weiter. Ich weiß nicht ob dieser betroffen ist, aber ich gehe davon aus. Wer schickt schon sonst solche Warnungen?