Adscale – Meine Erfahrungen

Ich war lange auf der Suche nach einer Alternative zu Adsense die jedoch per TKP bezahlt wird. Somit fallen eigentlich schon mal alle Affiliat-Systeme weg, da dort in aller Regel ja nur ein Sale oder Lead vergütet wird. Egal wo man nun nach Alternativen fragt, die per Impression abrechnen – es wird Adscale genannt.

So habe ich dies nun auch getestet, ganze 3 Monate schon. Als Domain nutze ich dafür eine Reiseseite, die sich mit einem sehr umkämpften Urlaubsthema befasst und bei Suchmaschinen zu den relevanten Suchbegriffen fast immer in der Top5 zu finden ist – nichts Schlechtes also, ganz im Gegenteil.

So erhoffte ich mir natürlich auch, über Adscale ein paar relevante Partner zu finden die zumindest die gleichen TKP-Preise zahlen wie effektiv über Google Adsense entstehen, doch weit gefehlt.

Die Realität holt mich jeden Tag wieder ein, wenn ich die Statistiken ansehe, und fühlt sich fast an wie ein Schlag ins Gesicht.

Für den Zeitraum 1.4.2010 bis 30.4.2010 wurden über die Webseite 93.083 AIs (Impressions) generiert. Trotzt bereits 10 angenommenen Werbekampagnen wurden von Adscale davon gerade mal 3.471 belegt. Das ist noch nicht weiter schlimm, aber daraus resultiert ein eTKP von nur 0,12€. Dabei hatte ich nur Kampagnen angenommen, die nicht gerade die “billigsten” waren.

Also, soweit ist das schon mal mehr als nur ein Witz.

Angebote an neuen Kampagnen gibt es eigentlich genug. Heute, 6.5.10, gab es auch wieder zwei neue und genau die waren der Grund für den Post, denn so ist es fast immer. Angeboten wurden wieder einmal Kampagnen mit einem Frequency Cap von 24 Stunden, also nur eine Zählung pro Tag! Zeitgleich wird aber auch nur ein TKP von 0,10 Eur geboten, von denen auch noch 30% von Adscale als Gebühr abgezogen werden. Übrig bleiben also gerade mal 0,07 Eur pro 1000 Einblendungen bei 24 Stunden FC. Soweit so gut. Nur sind genau diese Werbemittel keine von irgendwelchen Firmen oder Webseitenbetreibern, sondern welche von anderen Affiliate-Anbietern und werden per Click abgerechnet. Also selbst in dem Fall 0,25 Eur pro Klick abkassieren und dem Gegenüber nur 0,07 Eur pro 1000 Zugriffe bieten. Geht es eigentlich noch?

Aber so ist das leider immer. Ganz schlimm wird es, wenn die Werbemittel auch nicht statisch sind, sondern über einen externen AdServer laufen. In so einem Fall weiß man eigentlich nie, was man einblendet, denn die Anzeigen können jederzeit geändert werden. So hatte ich da schon welche auf eine US-Behörde (Unterseite gab es aber nicht) und einen anderen, der mein Layout sprengte, da er die offiziellen Maße nicht einhielt. Laut Adscale werden solche Anbieter aber immer geprüft und sind vertrauenswürdig. Gut, mag sein. Ich hatte zwei von denen und beide waren es nicht.

Dann noch das Thema Relevanz und Kategorie. Wie gesagt, ich habe eine Seite, die ein spezielles Thema besitzt und gut gelistet ist. Was mir angeboten wird, sind aber alles Programme, die so gar nicht in mein Gebiet fallen. Versicherungen, Nahrungsmittelergänzungen, Autos und natürlich am meisten – irgendwelche online-Spiele. Adscale wirbt mit einem großen Sortiment an Teilnehmern, doch wo sind die denn? Das was mit geboten wird, ist mehr als nur Mist – unabhängig vom preis.

Nachtrag: Nun gibt es auch den ersten Erfahrungsbericht über “Werbefläche kaufen bei Adscale“.

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4 Kommentare

  1. geschrieben am 6. Mai 2010 23:32
    1

    Hallo Ingo,

    als führender Marktplatz für Online-Werbung in Deutschland nehmen wir Kritik sehr ernst. Aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle auch kurz auf einige Punkte Deines Beitrags eingehen.

    AdScale ist ein Marktplatzmodell, das heißt der Publisher entscheidet eigenständig, welche Art von Kampagne er auf seiner Seite zulässt und wie sie abgerechnet wird (nach CPC oder TKP). Gleichzeitig ist es so, dass Advertiser ihre Kampagnen nicht nur speziell auf einer Webseite einbuchen, sondern Kampagnen unter Umständen auf bis zu 3600 Webseiten splitten können (Run of Network oder Run of Channel Kampagnen). Dadurch ist es möglich, dass nur ein Bruchteil der AdImpressions auf einer Webseite ausgeliefert werden, da das Volumen/Budget entsprechend auf allen gebuchten Webseiten verteilt wird.

    Aktuell bieten wir zudem auf AdScale eine ganze Reihe von Tourismus-Kampagnen an. Gerne können wir gemeinsam überlegen, wie Du Deine Einnahmen optimieren kannst. Du erreichst unseren Support werktags zwischen 9 und 18 Uhr entweder via Mail unter info@adscale.de oder telefonisch über eine aus dem Festnetz kostenlose Support-Hotline unter 0800 2 37 22 53.

    Beste Grüße
    Michael Böcher

  2. Avocado
    geschrieben am 7. Mai 2010 09:21
    2

    Hallo Herr Böcher,
    vielen Dank für den Kommentar. Hier scheint eine Antwort schneller zu funktionieren als beim Support. Von dort warte ich noch immer auf zwei mir zugesagte Emails. Eine davon schon fast ein Jahr alt (ja, hatte damals Adscale schon mal getestet und nun wieder) und die andere wegen dem Werbemittel aus den USA. Aber da kam bisher gar nichts.

    AdScale ist ein Marktplatzmodell, das heißt der Publisher entscheidet eigenständig, welche Art von Kampagne er auf seiner Seite zulässt und wie sie abgerechnet wird (nach CPC oder TKP).

    Das ist auch gut so und war einer der wichtigsten Punkte für mich. Ich möchte nun mal entscheiden können was ich einblende und was nicht. Aus meiner Sicht aber nur TKP. CPC hatte ich auch versucht und sorry, die Ergebnisse waren unterirdisch. Wie schon im Post geschrieben. CPC-Beträge, die geringer sind als die, die der jeweilige Advertiser von seinem Affiliat-System bekommt. Das ist ein Witz.

    Wenn ich das wollte, dann könnte ich mich bei den anderen Affiliat-Anbietern auch selbst anmelden. Und bei denen es nicht so war, da war der Banner einfach mehr als grauenhaft. Ein wenig Layout und Aussehen kann man erwarten, aber diese “mit Word geschriebenen” Dinger mit einem schwarzen Rahmen drum sehen fürchterlich aus und passen auf keine vernünftige Webseite. Die würde ich noch nicht einmal hier im Blog verwenden. Und die vernünftigen, also Programme direkt vom Anbieter, die auch noch vernünftig aussehen – die hatte ich nicht – keinen einzigen.

    Und was ist mit den Werbemitteln von externen AdServern? Ich hatte da ja den einen aus den USA. Die Vorschau im Kundenbereich hatte ich mir angesehen, mehrmals und zu verschiedenen Zeitpunkten. Dann habe ich die Freigabe erteilt. Und was sehe ich? Eine englische Werbung für Nahrungsmittelzusätze aus den USA von irgendeiner .gov, deren aufgerufene Unterseite nicht mehr existiert. Und das mit den “nicht existierenden Unterseiten” ist auch nicht das erste mal, da hatte ich schon viele andere. Da meinte der Support – Die Seiten wären alle geprüft und das sollte nicht vorkommen. Dann mache ich aber wohl was falsch, denn davon hatte ich viele.

    Gleichzeitig ist es so, dass Advertiser ihre Kampagnen nicht nur speziell auf einer Webseite einbuchen, sondern Kampagnen unter Umständen auf bis zu 3600 Webseiten splitten können (Run of Network oder Run of Channel Kampagnen). Dadurch ist es möglich, dass nur ein Bruchteil der AdImpressions auf einer Webseite ausgeliefert werden, da das Volumen/Budget entsprechend auf allen gebuchten Webseiten verteilt wird.

    Da spricht auch nichts dagegen. Nur als Publisher kann man da nicht entscheiden. Adscale empfiehlt den TKP (den internen) möglichst gering zu halten, um mehr Kampagnen vorgeschlagen zu bekommen. Gut, das habe ich dann gemacht und bin am unteren Limit. Nur bisher kam da keine einzige, die auch nur im entferntesten zum Thema Urlaub gepasst hätte! Wo sind die denn alle mit dem Thema? Oder gibt es da keine Anbieter für?

    Hm, zum Support sage ich dann mal lieber nichts. Das letzte mal wusste die Dame gar nicht von was ich rede und sicherte mir eine Antwort per Mail zu -> kam nie. Meine Konsequenz daraus. Eine der freigegeben Kampagnen wurde sofort entfernt.

    Und im Gegenzug, da ich ja die ganzen gebotenen TKP-Preise kenne. Hatte selbst 10-12 Kampagnen gestartet mit TKPs zwischen 1 und 3,50 Eur. Nach 4 Tagen war da immer noch nichts von einer Auslieferung zu sehen. Dann mit CPC versucht und bis zu 1 Eur pro Klick. Selbes Spiel -> keine Auslieferungen. Und da man leider nicht weiß warum, oder ob die dann nach einer Woche alle auf einen schlag online gehen, habe ich die alle gestoppt. Alle gleichzeitig wäre auch zu teuer gewesen. Hatte mich aber auch durchaus genervt, denn mit der Auswahl der einzelnen Webseiten (nicht gerade einfach / System hängt oft) vergingen fast 2 Tage.

    Und wie oben erwähnt, ich bin ja schon länger dabei. Damals hatte mich ein Herr mehrfach pro Woche angerufen und da kam ich dann auch dazu. Damals war es eine andere Webseite, mir noch wichtiger. Da ging es auch um Urlaub und das große Thema Berlin. Da hätte so gut wie alles gepasst, was nur irgendwie mit Berlin zu tun hat, aber da kam nichts. Damals schob ich es noch auf mich und meine Unwissenheit, bzw. auf ein neues System. Daher der Test ein Jahr später noch mal. Damals war es auch mit TKP und CPC, aber diese (wie gesagt) CPC-Angebote mit 0,05 Eur pro Klick abzüglich der Provision. Hm, was soll das sein? Alternative für was? Adscale möchte verdienen, das ist klar, aber das was geboten wird ist sehr mager. Damit meine ich aber nicht die Leistung von Adscale, sondern die gebotenen Kampagnen. Die sollten dann wohl besser selektiert werden, so dass da auch ein Hauch von Qualität zu finden ist.

    Zur Nutzerfreundlichkeit gehört für mich daher auch, dass ich als Publisher auswählen kann, was ich möchte und was nicht. Und das nicht erst im Kundenbereich, sondern schon vorher. Versicherungen, Online-Spiele etc… Das will ich gar nicht haben, egal zu welchem Preis. Da freut man sich über eine Mail, dass neue Angebote vorliegen und dann – Enttäuschung. Dass alle verfügbaren Angebote auch automatisch auf “markierte annehmen” stehen ist auch nicht so gut, zumal die alle automatisch markiert sind. Ein falscher Klick und schon sind die aktiv. Wenn man es merkt ok, aber wenn nicht…

    Und noch als Nachtrag: Meine versuchten Kampagnen-Angebote sind nun alle bei Adwords. Dort sind die CPC-Preise direkt günstiger angegeben und die sind binnen Stunden aktiv gewesen.

  3. geschrieben am 7. Mai 2010 10:52
    3

    Vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung und die konstruktive Kritik.
    Wir sind nach wie vor an einem persönlichen Gespräch mit Ihnen interessiert und würden uns freuen, wenn Sie unser Angebot in Anspruch nehmen. Gerne gehen wir dann auch im Detail auf die von Ihnen geschilderten Punkte ein und überlegen gemeinsam, wie man die Einnahmen auf Ihren Webseiten optimieren kann.

    Beste Grüße
    Michael Böcher

  4. Avocado
    geschrieben am 7. Mai 2010 11:45
    4

    Hallo Herr Böcher,
    also der Support wird das nicht regeln können. Und wie man was wo optimieren kann ist vorerst ja auch nicht so wichtig, so lange die vorhandenen Angebote gar nicht passen, das System keine weiteren Optionen zur Konfiguration hergibt bzw. so “seltsame” Angebote überhaupt angeboten werden. Das gehört natürlich in den Bereich Gewinnmaximierung, aber die Qualität leidet darunter – extrem. Umsonst sind nicht fast in allen Foren Beschwerden zu finden. Weniger ist eben manchmal mehr. Ich denke, keiner würde sich beschweren, wenn es nur wenige Teilnehmer gibt, die aber dafür qualitativ gut sind.

    Auch die Bedienung muss überarbeitet werden. Zum einen wie schon gesagt die Freigabe-Option. Entweder erst selbst die Angebote markieren (am besten) oder die Option auf “ablehnen” setzen. Markieren und annehmen per Default ist nicht gut.

    Und als Advertiser tut man sich auch schwer. Ich hatte lange und über viele Stunden Webseiten ausgewählt. Dann reagiert das System mal sehr langsam, teilweise gar nicht mehr (gerade wenn man Kategorien hinzufügt oder entfernt), dann werden teilweise ganze bisherige Auswahlen wieder entfernt, nur weil man einen anderen Punkt angeklickt hat. Das merkt man dann sofort und fängt wieder von vorne an.

    Wichtig ist wie gesagt auch eine Selektion als Publisher im Vorfeld. Gewisse Bereiche einfach per Default unterbinden, andere dann manuell annehmen oder ablehnen. Aber Kategorien kann man als Publisher ja gar nicht auswählen. Bzw. kann man im Bereich “Website-Targeting” schon, das hat aber keinen Nutzen bei den Reichweitenbuchungen. Ebenso Alter, Geschlecht, Einkommen. Was soll das denn bezwecken? Wo ist da denn der Unterschied, ob man nun alles auswählt oder nichts (Teilbereiche würde ich ja verstehen). Die Hilfe schweigt da leider auch, so wie in vielen anderen Bereichen.

    Und eben mal was ganz neues. Ich hatte 8-10 angenommene Kampagnen. Heute kamen wieder 3 Vorschläge. Einen davon hatte ich eben angenommen. Und was sehe ich nun unter “Kampagnen verwalten”? Eine! Alle anderen sind weg, selbst die eben erst freigegebene ist nun unter “angelehnte” zu finden. Also nochmal manuell freigeben. Und die anderen? Die muss man nun wohl auch wieder zusammensuchen und neu aktivieren.

    Manche davon sind gar nicht mehr vorhanden, daher wohl auch nicht mehr freigegeben. Die sollten dann aber als “ausgelaufen” erscheinen und nicht im Bereich “abgelehnt”, denn das habe ich sie ja nicht. Andere waren da und mussten neu freigegeben werden.

    Die anderen beiden von heute waren auch wieder über externe AdServer und beide wieder Partnerprogramme anderer Anbieter, einmal Sekt und einmal Süßwaren. Wie gesagt, da kann ich mich selbst anmelden wenn ich die haben will, da brauche ich keinen Dritten Anbieter für.

    Ok, noch ein Nachtrag: Will man Anzeigen annehmen und sieht sich da aber die Einzelansicht an, dann tritt auch ein Zustand ein, der nicht wirklich toll ist. Vielleicht sind auch deswegen meine anderen freigegebenen Anzeigen verschwunden. Oben rechts ist als Standard ausgewählt: “für eine Auswahl von Werbeflächen annehmen”. Ok, nun muss man unten die entsprechende Seite auswählen.

    Hat man nun aber eine aktive Seite, spielt dann etwas oben in den Einstellungen rum ohne wirklich etwas zu ändern, also man bleibt bei “für eine Auswahl von Werbeflächen annehmen” und klickt dann auf Speichern, dann wird gespeichert. Die Anzeige wird dann aber deaktiviert, weil keine Seite ausgewählt wurde. Ausgewählt war sie aber zuvor, war ja aktiv. Der Haken wird automatisch entfernt und beim Speichern gibt es, obwohl “für eine Auswahl von Werbeflächen annehmen” selektiert und nichts ausgewählt keine Fehlermeldung.

    Das System speichert einfach ab und setzt die bis dahin aktive Kampagne auf “abgelehnt”. Wenn man sich dann nicht jedes mal die Übersicht der freigegebenen Kampagnen ansieht, dann merkt man das gar nicht.

    Und gleich noch etwas: Das mit dem “Frequency Cap” ist auch nicht so toll. Danach gehe ich durchaus, wenn ich Kampagnen freigebe, doch wie ich eben bemerkt hatte, kann die Einstellung nachträglich vom Advertiser geändert werden ohne dass der Publisher darüber benachrichtigt wird.

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